Heikvaldo: Tango-Argentino - Erfahrungen

Heikvaldo: Weniger ist mehr

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Als Nachtrag zu meinem Beitrag Die Zwickmühle des Mannes möchte ich an dieser Stelle noch ein paar aufmun­ternde Worte an meine "Nachwuchs­kollegen" richten. Falls ihr auch von der Frage gequält werdet, ob euer aktuelles Können ausreichend ist, um mit erfahrenen Tangueras zu tanzen...

 

Ich habe bei den letzten Möglich­keiten mit einigen guten und sehr guten Tänzerinnen (nachdem ich mit ihnen getanzt habe) zum Thema geplaudert. Die Frage jeweils: "reicht dir, was ich tanze?". Mit einigen Monaten Tanzer­fahrung bin ich ja weit entfernt von Perfektion oder Routine auf dem Parkett. Also macht man(n) sich da ja so seine Gedanken.

 

Die Antworten waren durchwegs gleich: lieber weniger, aber das gut und schön! Es müssen nicht die wildesten Schritt­folgen sein. Ein schönes Gehen im Takt und dabei ein paar Variationen - das ist (erst einmal gut) genug.

 

Wichtig ist, dass es schön im Takt ist, sauber in der Spur (keine Rempler, Zusammenstöße, etc.). Die Dame will sich sicher fühlen. Sie will das was du gibst genießen können. Egal wie viel oder wenig es ist!

 

So hatte ich auf der gestrigen Milonga zu wunder­schöner Musik jede Menge wunder­schöner Tänze. Durch die Bank mit sehr erfahrenen Damen. Da kommt natürlich auch bei einem selber Freude auf (wenn es alles so gut klappt). Das gibt Selbst­ver­trauen und spornt zu mehr an.

 

Ungeachtet dessen, darf (sollte) die Weiter­ent­wicklung natürlich nicht stehen bleiben. Aber bei Milongas halte ich es so, wie mir auch die Kommentare zu bisherigen Einträgen geraten haben, dass ich nur tanze was ich gut (führen) kann und den Rest verlege ich auf die Tanzstunden/Übungs­abende/Practicas. Und wenn eine neue Schrittfolge dann sicher sitzt, wird sie auch auf der Milonga getanzt.

 

Hilfreich ist natürlich immer, wenn du die jeweilige Tanguera schon halbwegs kennst. Dann sind auch kleine Patzer nicht so schlimm. Und die gemeinsamen Tänze haben ja bereits gezeigt, was man zusammen tanzen kann.

 

Und ein ganz wichtiger Punkt - zumindest für mich: ich muss die Musik mögen! Dann kann ich sie auch interpre­tieren. Noch besser natürlich, wenn ich die einzelnen Stücke bereits kenne. Dann weiß ich schon vorher, wo sich bestimmte Passagen für die ein oder andere Gangart anbieten. Wenn ich ein Stück - oder auch eine Stilrichtung - nicht mag, dann wird wohl auch das Tanzen dazu schwierig(er).

 

Also ist meine Empfehlung an dieser Stelle:

  1. nur Mut (es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen)
  2. nur wer tanzt entwickelt sich weiter (vom Zuschauen alleine wird es nicht)
  3. klein anfangen und sich bei entsprechender Möglichkeit steigern
  4. notfalls ruhig nachfragen (ob es passt)
  5. Spaß haben!

 

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