Heikvaldo: Tango-Argentino - Erfahrungen

Heikvaldo: Der perfekte Tanguero

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Meine Definition einer "Perfekten Tanguera" habe ich ja bereits erstellt. Nicht minder interessant ist natürlich die Frage nach dem "Perfekten Tanguero". Hierzu habe ich im Blog von Sabine Maria Egger eine interessante Ausführung gefunden.

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Ein guter Tanguero?

Vor kurzem fragte mich ein Tangofreund, den ich besonders schätze, was denn nun eigentlich verdammt noch mal einen guten Tanguero ausmache! Er studiere, grüble, beobachte nun schon jahrelang, und keiner könne es ihm erklären.

 

Ich konnte es auch nicht. Aber ich wollte diese offene Frage nicht mit ins nächste Jahr nehmen. Und bastle nun am Versuch einer Erklärung.

 

Den Fragesteller schätze ich deswegen besonders, weil er Fragen stellt.

Er bewegt sich schon eine Weile in der Welt, wie die meisten von uns, hat viel erlebt, viele blöde Antworten erhalten, aber er fragt trotzdem weiter.

Das tun viele nicht, und sie sind viel weniger sympathisch - trotzdem können sie gute Tangueros sein.

 

Warum?

Weil Tango mit Instinkt zu tun hat. Mit Unbewußtem. Mit Archetypen.

Er hat auch eine ironische Ebene.

Die braucht einer aber nicht, um ein guter Tanguero zu sein.

Sie ist eher hinderlich.

 

Ein guter Tanguero braucht Liebe.

Das bedeutet nicht, dass er sich in jede Frau verlieben muss, mit der er tanzt.

Es bedeutet nicht einmal unbedingt etwas Erotisches.

Es bedeutet: Er lebt gerne, er kann genießen, er will sich ein fettes süßes Stück Leben auf der Zunge zergehen lassen.

 

Er braucht Mut.

Er hat keine Angst vor: der Frau, den Zuschauern, seinen eigenen Füßen, seinen schwit­zenden Händen, seiner Unzuläng­lichkeit.

 

Er ist total konzen­triert, er ist ausschließlich in diesem wunderbaren Moment der Gegenwart, mit dieser Frau, mit dieser Musik, in diesem Raum - es gibt nichts anderes für ihn, nicht das geringste.

 

Er ist ein Macho im besten Sinn:

Ein kultiviertes Tier, das die Frau mit seinem rechten Arm beschützt, sanft leitet, anbetet, liebkost, ihr einen Voleo schenkt und eine Barrida zu Füßen legt.

 

Der gute Tanguero geht über die Gegenwart und die sogenannte Realität hinaus.

Er veredelt durch seine Kunst.

Die Fabrikhalle macht er zu einem Palast und seine Tanzpartnerin zu einer Königin.

 

Tango ist keine Fuß- und Körper­technik, sondern Poesie.

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Ich bin mir sicher, es gehört noch mehr dazu. Allerdings kann ich es im Moment auch noch nicht benennen.

 

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