Heikvaldo: Tango-Argentino - Erfahrungen

Heikvaldo: Fantasy II

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Heute erwartet meine Leser der 2.Teil meiner sog. "Tangofantasy".

 

Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden Personen oder realen Orten ist purer Zufall. Das Ganze ist reine Phantasie. Wobei ich natürlich nicht ausschließen kann, dass es sich genau so zugetragen hat ... ;-)

 

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Sie hatte die Augen geschlossen. Still und etwas angespannt wartete sie darauf, dass er beginnen würde. Was hatte sie sich nur dabei gedacht. Zuerst war sie froh, ihn angesprochen zu haben. Doch jetzt, wo es losgehen sollte, da war sie sich nicht mehr so sicher. Sie überlegte, ob er ein "nein" jetzt noch akzeptieren würde. Mist! Da musste sie jetzt wohl oder übel durch.

 

Dabei hatte es doch so gut angefangen. Er saß zwei Tische weiter hinten. Ihre Blicke waren sich wie zufällig begegnet. Und als sie sich tief in die Augen sahen, da hatte er ihr ein zaghaftes, fast zurück­hal­tendes Lächeln geschenkt. Und sie hatte etwas verlegen den Blick gesenkt. Aber die stummen Worte ihres Körpers hatten sie verraten und das wusste sie. Er hatte es als "ja" verstanden. Und sie hatte es ja auch so gewollt.

 

Und nun stand er ihr gegenüber. Groß. Sie spürte seine innere Kraft und trotzdem strahlte er etwas Sanftes aus. War es das was sie an ihm faszinierte? Oder war es der Glanz in seinen Augen? Sein Blick, der zugleich nichts und doch so viel zu sagen vermochte? Sie wusste, dass sie keinesfalls den ersten Schritt machen durfte. Sie war unsicher, ob sie all seine Forderungen würde erfüllen können. Würde sie in der Lage sein, dem Weg, den er ihr gleich vorgeben würde, mit ihrem Körper zu folgen? War sie bereit dazu? Jetzt und hier?

 

Sie versuchte sich zu beruhigen. Nur mühsam konnte sie ein leichtes Seufzen unterdrücken. Gleich würde er sie berühren. Sie spürte, wie sich ihr Oberkörper leicht spannte. Dann fühlte sie seine Hand auf ihrem Rücken. Er war mit den Finger­spitzen am Verschluss ihres BHs. Gleich würde es also beginnen. Würde er auf sie, auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nehmen? Würde er ein Tempo einschlagen, dem sie folgen wollte - und auch konnte?

 

Wollte sie es genau so? Sie überlegte, ob sie nicht ein kleiner Schritt nach hinten in eine sichere Distanz zu ihm bringen würde. Sollte sie sich mehr von ihm entfernen? Wollte sie das? Oder sollte sie stattdessen noch einen kleinen Schritt auf ihn zugehen? Was würde passieren, wenn sie sich stattdessen näher an ihn anschmiegen würde? Wie würde er darauf reagieren?

 

Noch konnte sie sich nicht entscheiden. Sie beschloss, erst einmal abzuwarten. Sollte er den ersten Schritt machen. Wenn ihr sein Spiel gefiel, konnte sie immer noch einen aktiveren Part übernehmen. Doch jetzt war erst einmal er an der Reihe. Sie spürte nun seine linke Hand an ihrem rechten Ellenbogen. Er hatte sie sanft gestreift und arbeitete sich langsam zu ihren Finger­spitzen nach oben. Sie atmete tief ein und aus. Sie versuchte sich zu entspannen.

 

Schließlich beschloss sie sich ihm hinzugeben. Ihr Körper wollte nicht mehr gegen seine Berührungen kämpfen. Sie wollte es genießen. Schließlich hatte sie sich auf dieses Spiel eingelassen. Und so gab sie alle Widerstände auf und signali­sierte ihm, er könne beginnen. Egal was jetzt passieren würde, sie hatte es ja selbst so gewollt.

 

Sogleich merkte sie, wie sich seine Muskeln anspannten. Die Kraft, die sich in seinem Oberkörper entfaltete. Er würde unmiss­ver­ständlich die Führung hierbei übernehmen. Ja, es war die richtige Entscheidung gewesen. Das wusste sie nun. Sie konnte es spüren. Sein Körper zeigte dem ihren den Weg. Sie brauchte es einfach nur geschehen zu lassen. Er war der Dirigent und sie sein Orchester.

 

Und so tauchten ihrer beiden Körper ein in eine Welt der Musik. Diese alles verschlin­genden Klänge. Dieser betörende Rausch aus einzelnen Noten. Es gab nur noch sie und ihn. Sie machte sich auf mit ihm. Sie wollte diesen Weg gemeinsam mit ihm beschreiten. Bis zum Ende. Egal was alles unterwegs passieren sollte. Sie war bereit dazu.

 

Als alles vorbei war, öffnete sie die Augen. Es war also geschehen. Sie vernahm dieses leichte Beben tief ihr ihr. Ihr Körper fühlte sich noch ganz warm an von seiner Nähe. Ihr Atem ging schneller. Sie versuchte sich wieder zu beruhigen. Sie spürte, wie er sich etwas von ihr löste. Es war dieses Gefühl des Verlustes. Nein, nicht. Bleib. Ich möchte diese Nähe jetzt nicht verlieren...

 

Doch der Tanz war zu Ende. Er führte sie wieder zurück an ihren Platz und ihr bleib nur die Hoffnung auf das nächste Mal ...

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 Ein Schalk, wer etwas anderes hierbei gedacht hat ;-)

 

 

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