Heikvaldo: Tango-Argentino - Erfahrungen

Heikvaldo: Die perfekte Tanguera

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Zwar scheint momentan keine Sonne und es ist auch ziemlich kalt, aber stellen wir uns doch einmal vor, wir liegen gemütlich auf einer grünen Sommerwiese, über uns die Sonne, die Luft riecht frisch, in der Hand eine Frühlingsblume, die Grillen zirpen ... kurz ein perfekter Tag (die Ameisen, die gerade ins rechte Hosenbein krabbeln ignorieren wir jetzt 'mal). Und weil es so ein perfekter Tag ist, dürfen wir uns heute eine perfekte Tanguera wünschen. Also lasst uns gemeinsam die Augen schließen und uns diese "Traum"-Frau zusammen­basteln.

 

Sorry, aber wer mich kennt, der weiß, dass jetzt kein "90-60-90"-blond-Bastelbogen kommt. Was nützt die perfekte (optisch) Frau, wenn ich nicht mit ihr tanzen kann? Genau! Hier muss man(n) tiefer in die Bastelkiste greifen.

 

Beginnen wir doch einmal mit dem was man(n) nicht möchte. Absolutes nogo: die Tanguera die beim Tanzen ständig die Umgebung beobachtet. Genüge ich ihr wohl nicht? Sucht sie nach einem besseren Tänzer? Oder hat sie Angst, dass sie aus dem Hinterhalt ein Tiger anspringt? Geht also gar nicht. Genauso spannend sind Frauen, die sich passiv "herumschieben" lassen. Warum tanzen die eigentlich? Also bitte immer eine gewisse Körper­spannung und einen Führungs­impuls dann auch umsetzen. Und auch nicht das eigene Körper­gewicht auf mir "abladen". Sie sollte eher so "wie ein Tuch im Wind" sein. Ein leichter "Hauch" von mir und sie "weht".

 

Eine Unsitte hatte ich ja schon einmal beschrieben: sie denkt zu viel mit! Sie fängt an zu vermuten und beginnt von sich aus zu tanzen. Wofür braucht sie mich dann eigentlich (wenn sie doch eh ihren eigenen Kopf durchsetzen will)? Ich soll führen! Und sie soll folgen!

 

Nachdem das geklärt ist, können wir uns ja nun den Vorzügen widmen. Oft wird es mit "einfühlsam" beschrieben. Sie soll mir (meinem Körper) "zuhören" und sich an meinen Tanz anpassen. Wenn sie dann auch noch in der Lage ist, sich der Musik zu öffnen, ist es denke ich perfekt ("when 2 bodies become 1"). Ab jetzt kann es überhaupt erst anfangen Spaß zu machen. Wenn sie mir dann durch geschlossene Augen "Vertrauen" und "ich genieße es" signalisiert - Tanguero was willst du mehr?

 

Schön ist es auch, wenn sie mit dem was kommt zufrieden ist. Nicht jeder Tanz muss die tollsten Schritt­kom­bi­na­tionen enthalten. Manchmal ist weniger vielleicht mehr?! (es gibt sogar Tangueras die beschreiben eine getanzte "Pause" als das höchste) Wer einmal einen Tango erleben durfte, bei dem so gut wie gar nichts (kompli­ziertes) getanzt wurde, sondern beide einfach nur die Musik und den Tanzpartner genossen haben ...

 

Wenn das ganze - pardon "die" Ganze - dann auch noch "hübsch verpackt" ist ... dann haben auch noch die Zuschauer etwas davon ;-) denn der Tanguero bekommt beim Tanz davon ja nicht allzuviel mit.

 

Falls sich nun die ein oder andere Dame angesprochen füllt, nehme ich gerne auch ihre Version des "perfekten Tangueros" entgegen.

 

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