Heikvaldo: Tango-Argentino - Erfahrungen

Heikvaldo: "Russische" Milonga

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Die Spielregeln sind einfach. Genau wie beim russischen Roulette weißt du vorher nicht, ob es ein "Treffer" wird oder eher eine "Niete". Für jeden Versuch drehst du den "Trommel­re­volver" erneut und wartest gespannt auf das Ergebnis.

 

Du hast aber auch wenig (keine) Einfluss­mög­lich­keiten auf das Ergebnis. Jeder Versuch ist also eine vollkommene Überra­schung. Kneifen gilt natürlich nicht. Wie auch. Schließlich sind alle Teilnehmer gekommen, um zu tanzen.

 

Also, wie funktioniert es? Jede Frau hat eine eindeutige Nummer. Diese erhält sie beim Eingang zur Milonga. Zusätzlich bekommt sie noch eine Kugel mit ihrer (Start-)"Nummer". Zu Beginn der Milonga werfen die Frauen nun ihre Kugeln in ein Sammelgefäß und stellen sich in der Reihenfolge ihrer Nummer am Rande der Tanzfläche auf.

 

Die Herren "ziehen" nun zu Beginn einer Tanda eine Kugel aus dem Sammelgefäß und tanzen die Tanda mit der "gezogenen" Frau. Hierbei geben sie die jeweilige Kugel an die Frau zurück. Am Ende jeder Tanda wirft die Frau nun ihre Kugel wieder ins Sammelgefäß und das Ganze beginnt erneut.

 

Sollte eine Frau eine Tanda bewusst aussetzen wollen, behält sie kurzerhand ihre Kugel und wirft sie erst dann wieder ins Sammelgefäß, wenn sie wieder tanzen möchte. Für den Fall, dass weniger Männer als Kugeln vorhanden sind, bleiben natürlich Frauen übrig, die die Tanda dann gezwun­ge­nermaßen aussetzen müssen. Gleiches gilt für den Fall, dass mehr Männer als Frauen tanzen wollen (was aber wohl eher selten der Fall sein dürfte). Dann müssen die entspre­chenden Herren eben pausieren. Dafür haben sie aber bei der nächsten Tanda "Vortritt".

 

Zugegeben, das Ganze birgt natürlich Risiken. Vielleicht ergeben sich Paare, die sich eher nicht finden wollten. Das passiert aber im richtigen Leben sicher auch das ein oder andere Mal. Es bietet aber auch ungemeine Chancen. Denn so können sich auch Paare ergeben, die sonst (auf herkömmliche Weise) nie entstanden wären.

 

Etwas wird die Sache dadurch abgemildert, dass jede Tanda ausschließlich 3 Tänze lang ist. Dadurch sollte die "Überle­bens­chance" bei "unglück­lichen" Paarungen doch relativ hoch sein. Ich finde es immer wieder spannend, welche Paarungen sich dadurch ergeben. Da wäre man(n) bei einer gewöhn­lichen Milonga nie darauf gekommen (mit dieser Frau einmal zu tanzen).

 

Also: жела́ю уда́чи! (russisch für "viel Glück). Und schlimms­tenfalls hilft ein doppelter Wodka über den Schmerz hinweg ;-)

 

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