Heikvaldo: Tango-Argentino - Erfahrungen

Heikvaldo: Passive Damenwahl

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Eigentlich gibt es im Tango keine Damenwahl (schwarz-weiß gesehen). Eigentlich. Hierzulande gibt es aber auffor­dernde Frauen. Sie kommen zu dir und fragen dich. Als Mann weißt du dann was Sache ist und sagst ja oder nein.

 

Und es gibt die heimlichen Jägerinnen. Sie legen sich auf die Lauer. Du denkst: "Die werde ich jetzt 'erlegen' ". Aber in Wirklichkeit bist DU IHR in die Falle gegangen. Sie hat dich "erlegt". Du bist ihre Beute. Aber damit du es erst gar nicht merkst, tarnt sie ihre Aktion so, dass du glaubst, du hättest sie aufgefordert. Also wie läuft das?

 

Ich habe das jetzt schon ein paar Mal beobachtet und erlebt. Eine Frau will mit dir tanzen. Du übersiehst sie aber. Egal aus welchen Grund (als Entschul­digung möchte ich hier anbringen: ich kann jeweils pro Tanda nur mit einer Frau tanzen). Manche Frauen mögen dies still ertragen. Sie bleiben sitzen (und leiden!?!?). Anders die Jägerin. Sie will Beute machen. Schließlich ist sie deswegen zur Milonga gegangen. Zugegeben, eine Jägerin hat Erfahrung. Muss sie haben. Und sie muss tanzen können. Muss sie gut aussehen? Jung sein? ... Ihr kennt die Antwort (jedenfalls meine).

 

Sobald die Jägerin Witterung aufgenommen hat, pirscht sie sich an ihr Opfer heran. Sie kommt unauffällig näher. Aber anders als im Tierreich bleibt sie nicht in ihrem "Versteck" und tarnt sich so gut es geht. Nein, sie stellt sich mitten in die "Savanne". Sie macht sich sichtbar. Sie schleicht sich auch nicht von hinten an. Sie kommt direkt von vorne. Jedenfalls begibt sie sich massiv in dein Blickfeld. Das unschuldige Reh - pardon: der Mann - steht immer noch ahnungslos da und stellt eventuell (das kommt jetzt darauf an, wie aktiv er seine Umgebung "kontrolliert") fest, dass die eine ihre Position verändert hat. Aber da von einer Frau ja keine Gefahr ausgeht (Männer auswachen: sie ist eine Jägerin!), bist du überhaupt nicht beunruhigt.

 

Und schon habt ihr beide Blickkontakt. Wie unschuldig steht sie plötzlich da. Vielleicht sieht sie dich lächelnd an. Oder - die gefähr­lichste aller Jagtstra­tegien - sie hat diesen "Blick" (nein, ich werde das jetzt hier nicht erläutern ;-)). Und jetzt denkst du dir oben beschriebenes und tapst voll in die Falle. Natürlich können wir jetzt hier lange über Jäger und Opfer philoso­phieren. Wer hat welche Rolle ... usw. Das Entscheidende ist doch aber, sie wird tanzen. Sie hat Beute gemacht. Und die Beute merkt nicht einmal, dass sie "gefressen" wird. Aaaaach ja ... das Leben kann so schön sein ;-)

 

Diese Jagtstrategie funktioniert in meinen Augen hauptsächlich bei Frauen, die bereits mit dir getanzt haben. Als Mann musst du ja wenigstens ein bisschen den Wunsch haben, von ihr "gefressen" zu werden. Du kannst einschätzen, was dich bei dieser Tanda - sofern du zusagst - erwarten wird. Ganz anders - zumindest bei mir - liegt sie Sache, wenn dies eine dir völlig unbekannte Tänzerin versucht. Hier funktioniert dieser "unsichtbare Lassowurf" nicht. Der Mann registriert womöglich gar nicht, dass er als nächstes auf dem Speiseplan stehen soll.

 

Diese Frauen begeben sich u.U. bis in deine unmittelbare Nähe. Sie stehen dann neben dir oder am Tisch gegenüber. Aber die Wahrschein­lichkeit des direkten Blickkon­taktes ist geringer. Sie ist eine "Fremde". Du wirst sie vielleicht gar nicht ansehen. Sie ist eine von vielen. Es ist jetzt für dich als Mann schwierig einzuschätzen, ob sie auf der Jagd ist oder nicht. Will sie tanzen oder ausruhen, ist sie zufällig hier? Sollte diese Frau aber wirklich nach Beute Ausschau halten, dann empfehle ich eher die oben genannte, direkte Methode: setz ihm die Pistole auf die Brust und frage ihn einfach. Wenn er ja sagt, dann hast du ihn damit ja "markiert" und kannst beim nächsten Mal mit der geheimen Jagd fortfahren.

 

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