Heikvaldo: Tango-Argentino - Erfahrungen

Heikvaldo: ... wie ein rohes Ei!

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Nein, keine Angst. Ich folge nicht dem allgemeinen Trend und verlagere meine Posts in den Kochbereich ("Das perfekte Tangodinner"). Es geht um etwas anderes. Ich bin auf der Suche nach der optimalen Umarmung. Oder noch deutlicher: wie soll ich die Frau im besten Fall in meinem Arm behandeln? Was soll ich tun, damit sie sich wirklich wohl fühlt?

 

Das ist sicherlich eines der zentralen Schlüs­sel­elemente beim TA (und wahrscheinlich bei jedem anderen Tanz und auch einer Vielzahl anderer Betäti­gungen). Ich hatte ja schon Beispiele beschrieben. Lieber ein technisch besserer Tänzer oder einer der es "schöner" kann? Ich glaube, wenn die Frau sich in deinem Arm wohl fühlt - und zwar richtig wohl, dann wird sie auch wieder kommen (wollen). Was muss man(n) also dafür tun?

 

Über meine "Studien" hierzu könnte ich vermutlich bereits eine Diplom­arbeit schreiben. Habe ich die Lösung? Nein, sicher nicht. Aber eine wesentliche Erkenntnis habe ich doch bereits: behandle die Frau wie ein rohes Ei! Sie ist zerbrechlich (nein, ist sie eigentlich nicht, aber sie will so behandelt werden), empfindlich (besser empfindsam), "Gewalt" in jeglicher Form missfällt ihr. Klingt jetzt alles ziemlich hochtrabend. Trifft es doch aber im Kern (hoffentlich).Die Frau möchte nicht "bearbeitet" werden, sondern leicht und elegant geführt.

 

Was Frau überhaupt nicht möchte, ist "herum geschubst" werden. "Sprich" also nicht mit den Armen, sondern deinem Oberkörper. Es mag sicher auch vorkommen, dass sie das manchmal nicht versteht. Aber das ist ja auch nicht schlimm. Schließlich gehören ja zwei zum Tanzen. Und jeder hat so ein gewisses "Mitspra­cherecht". Stell dir vor, du hättest eine seltene, kostbare, empfindliche Blüte im Arm. Wenn du auch nur einmal zu fest zudrückst, ist sie "kaputt". Sei also ganz sanft.

 

Du brauchst auch gar keine "Gewalt". Du musst nicht schieben, drücken, zerren, damit sie dich versteht. Wenn du es richtig machst, dann wird sie es auch so verstehen. Und wenn du dann merkst, wie sanft ihr beide euch bewegt. Wie leicht sie mit dir "gleitet". Dann bist du auf den richtigen Weg. Natürlich ist hier jede Frau anders. Mit der einen klappt es besser als mit der anderen. Liegt in der Natur des Menschen. Wenn es gar nicht klappt, nun, dann hast du ja noch genügend Auswahl. Wir sind eben nicht alle untereinander "kompatibel".

 

Für mich liegt einer der Tangoschätze zwischen dem fünften und sechsten Schritt der Base (also die Frau wurde ins Kreuz geführt und dann folgt der nächste Schritt). Hier kann ich als Führender ein ganz klein wenig "nachdrehen". Die Frau also noch ein bisschen gegen den Uhrzei­gersinn drehen. Nur ganz wenig und ganz und gar sanft. Das ist für mich der Hammer! Wenn sie praktisch ohne Gewicht und Widerstand mit mir dreht (ist ziemlich schwer zu beschreiben. Wen es interessiert, dem zeige ich es gerne persönlich ;-) ... und ist natürlich nicht meine Erfindung. Das hat mir eine Tanzlehrerin beigebracht).

 

Wer Führende genau beobachtet, der sieht manchmal, dass der rechte Arm den Rücken der Frau "verlässt" und anschließend wieder zurück­gelegt wird. Dies geschieht oft aus dem Grund, dass der Führende damit wieder alle Anspannung aus seinem Arm nimmt und die Frau anschließend wieder ganz sanft umarmen kann. Gleiches kann auch mit der linken Hand des Führenden passieren. Nicht die Hand der Frau loslassen, aber alle Kraft bzw. allen Druck aus dem linken Arm nehmen und wieder ganz sanft zufassen. Und schließlich noch die Schultern. Wenn ich mich darauf konzen­triere und bewusst ausatme, dann kann ich auch hier Anspannung heraus­nehmen und die Umarmung wieder sanfter gestalten.

 

Und wem das jetzt alles viel zu kompliziert ist, der soll einfach eine "vertraute" (und nicht ganz unerfahrene) Tanzpartnerin fragen (die auch ehrlich antworten wird). Die wird es dann mit ihren Worten erklären.

 

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