Heikvaldo: Tango-Argentino - Erfahrungen

Heikvaldo: Die neuesten Trends aus Buenos Aires

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So, ich komme gerade zurück von einem Kurztrip nach Buenos Aires. Es war schön, wieder einmal die vielen Bekannten Gesichter zu sehen. Mit Freunden die Nächte zum Tag zu machen und endlos über die "pista" zu drehen.

 

 

Nun ist Buenos Aires ja nicht nur die "Heimatstadt" des TA, sondern sie ist auch dafür bekannt, immer wieder neue Trends in Sachen Tango hervor zu bringen. Und so hatte ich Gelegenheit, in einigen der angesag­testen Clubs der Stadt zu bestaunen, was es tangotechnisch Neues gibt. Und da alles Neue über kurz oder lang auch bei uns in Deutschland "aufschlagen" wird, möchte ich euch bereits jetzt darauf vorbereiten.

 

Und vorbereiten ist m.E. auch dringend notwendig. Warum? Nun, sagen wir einmal so: nicht alles Neue ist auch gut. Der Argentinier an sich ist dem Tango wohl in einer sehr traditio­nellen Art verschrieben. Hier werden die codigos noch akribisch eingehalten. Auffordern ohne cabezeo oder "Damenwahl" - das gibt es nur "abseits" der großen Milongas. Ansonsten ist hier noch alles "in bester Ordnung".

 

Umso erstaunter war ich, als ich sowohl beim Besuch der "Milonga de Las Morochas" (El Beso, Riobamba 416), als auch im "Rivadavia Club" (Rivadavia 8619, Floresta) einen mir bisher zwar optisch vertrauten, aber beim TA doch eher gewöhnungs­be­dürftigen neuen Beklei­dungstrend "bestaunen" durfte. Auf Nachfragen wurde mir mitgeteilt, dass es sich hierbei um den sog. "tendencia universo" handelt (zu deutsch in etwa soviel wie "Weltalltrend").

 

Etwa zwei Drittel der Anwesenden Tänzer und Tänzerinnen war in dieser neuen, mehr oder weniger einheit­lichen, "Uniformen" erschienen. Farblich jeweils in rot und schwarz gehalten und als "krönenden" Abschluss mit schwarzen Schnür­stiefeln versehen (siehe Fotos).

 

 

 

Ich konnte nicht klären, ob es sich damit um eine Art Protest gegen irgendetwas handelt oder ob die gewählte Form sozusagen die "Rassen­un­ter­schiede" "bekämpfen" bzw. "Soziale Gleichheit" symboli­sieren soll. Ich habe vorsichts­halber noch einmal nachgefragt, ob eventuell eine Art von spätem Fasching in Argentinien gefeiert wird oder ob ich auf einer dieser "Trecki" Partys gelandet bin. Leider wurde beides verneint.

 

Doch damit leider noch nicht genug. Um für jedermann als "Singlefrau" bzw. "Unverhei­ratete" erkennbar zu sein, gibt es spezielle "chicadona" Uniformen. Hierbei handelt es sich um die aufrei­zendere Variante, die allerdings von vielen der anwesenden "Jungfrauen" mit sichtlichem Stolz getragen wurden.

 

 

 

Ich gebe ja gerne zu, dass mir das Führen bei diesen Oberteilen mehr Spaß gemacht hat als gewöhnlich. Irgendwie war es dann aber doch langweilig, dass jede der jungen Damen gleich bekleidet war. Die Frauen fanden die "luftige" Variante allerdings durchaus praktisch in der schwüle der Stadt.

 

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen. Als besonderes "Aufmerk­samkeit" haben meine guten Freunde mir natürlich auch so eine "Uniform" geschenkt (da ich jedoch meine Privat­sphäre liebe und in dieser "Verkleidung" lieber nicht erkannt werden möchte, habe ich das Foto etwas überar­beitet).

 

 

Jetzt werdet ihr natürlich fragen, warum die blau ist? Die Argentinier sind in manchen Dingen ja schon praktisch. "Gäste" (bzw. Ausländer im Allgemeinen) haben blaue Uniformen und sind damit sofort als solche erkennbar. Dies hatte den Vorteil, dass sich manche der anwesenden Frauen um mich gerissen haben (viele wollten unbedingt einmal mit einem Ausländer tanzen). 

 

Vermutlich hat es eher den Grund, warum z.B. Leihwagen in manchen Ländern (vor allem die mit Linksverkehr) mit anders farbigen Nummern­schildern gekenn­zeichnet werden (Achtung Gefahr!). Soll wohl eher ein Hinweis darauf sein, dass man(n) auf der Tanzfläche einen großen Bogen um uns machen soll, damit niemand gefährdet wird. Ich persönlich kam mir doch etwas dämlich in dem Ding vor. Aber naja: andere Länder, andere Sitten.

 

Vorbei sind damit wohl  bald die Zeiten, als die Frauen noch in schönen Kleidern und Röcken zur Milonga gingen. In denen elegant "verpackte" Beine in ebenso eleganten Schuhen steckten. Bleibt mir nur zu hoffen, dass nicht jede(r) diesen Trend mitmacht.

 

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