Heikvaldo: Ich wurde Opfer einer "PAF"

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Dabei habe ich mich eigentlich gar nicht so sehr als Opfer gefühlt. Ganz im Gegenteil. Ich habe alle Tänze genossen. Aber ein bisschen neugierig war ich schon und deshalb habe ich erst einmal abgewartet was passieren wird.

 

Es ist ein immer stärker auftre­tendes Phänomen. Die "PAF". Sie ist auf allen Milongas anzutreffen. Jedenfalls wenn man(n) gut aufpasst. Geschickt umgeht sie die "Regeln". Denn sie hat ein Ziel: sie will tanzen. Jedoch scheint es für sie - wie auch für die meisten anderen Frauen - immer noch ein ungeschriebenes Gesetz auf der Milonga zu sein: eine Frau fordert nicht auf! Jedenfalls nicht so direkt.

 

Also bedient sich eine PAF geschickt einer anderen Strategie. Sie spricht den Mann nicht direkt an. Sie gibt sich passiv. Daher auch der Name: Passiv-auffor­dernde-Frau (PAF). Sie stellt sich (fast) neben den Mann. Oder zumindest massiv in sein Blickfeld. Oft wirkt sie ein bisschen uninter­essiert. So als ginge sie das Ganze gar nichts an. Aber - zumindest vermute ich das - wartet sie insgeheim darauf, dass der Mann sie jetzt auffordert.

 

Welchen Grund könnte es sonst geben, seinen Platz zu verlassen, sich näher zu dir hin zu begeben und dann so zu tun, als ob nichts wäre? Im Straßen­verkehr gibt es den Begriff "erzwungen". So ähnlich ist es hier auch: sie "erzwingt" ein Auffordern. Natürlich nicht wirklich. Der Mann hat ja die Wahl. Aber sie "verleiht" der Sache doch einen gewissen "Nachdruck". "Komm schon, jetzt mach ...".

 

Ich habe das jetzt schon viel zu oft erlebt, als dass es Zufall sein könnte. Ist ja in Ordnung. Natürlich will die Frau tanzen. Warum geht sie sonst zur Milonga? Aber ist es heutzutage wirklich noch notwendig, sich solcher Hilfskon­strukte zu bedienen? Alle fordern gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Gleich­be­rech­tigung zwischen Mann und Frau. Aber beim Auffordern ist es immer noch Sache des Herren?

 

Oder steckt da eher so eine Art Spielchen dahinter? Liegt darin für die Frau ein gewisser Reiz? Will sie prüfen, ob der Mann überhaupt Interesse hat? Sei wie es sei. Wenn ich als Mann sowieso mit dieser Frau tanzen will (wenn auch nicht jetzt, aber zumindest später), dann gehe ich auf das Spiel ein. Wenn ich überhaupt kein Interesse habe, dann "sehe" ich ihren "Cabeceo" eben nicht.

 

Heikvaldo: Mayday, mayday! Zuviel Energie im Paar

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Jetzt ist es mir in meiner Tangolaufbahn zum 3. Mal passiert. Erst das "Wildpferd", dann die "Zieherin" und jetzt wieder so ein Unruhe­bündel. Ich hatte eine Frau im Arm, die ich nicht "beherrschen" konnte. Es war kein Tanzen möglich. Durch ihr permanentes Agieren, konnte ich nicht einmal den Takt sauber halten, geschweige denn mich vernünftig bewegen.

 

Meine ganze Energie muss ich darauf verwenden, halbwegs die Kontrolle auf der Tanzfläche zu behalten. An echtes bzw. sogar genuss­reiches Tanzes ist überhaupt nicht zu denken. Das alleine ist ja schon schlimm genug. Was mich aber nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass die gleiche Frau die nächste Tanda mit einem anderen Mann dann ganz ruhig (normal) tanzt.

 

Hat das also primär mit mir zu tun? Als Mann? Als Führender? Welche Möglich­keiten habe ich, mit so einer Tanzpartnerin umzugehen? Ich kann sie ja schließlich nicht mit Gewalt festhalten. Meine Versuche Ruhe ins Paar zu bringen waren auch nur begrenzt erfolgreich. Stillstehen und Fühlen. Kaum möglich. Sie "runter bremsen" indem ich nur ganz einfache Schritte laufe. Naja.

 

Was die Frauen vermutlich zu solch Aktionen veranlasst habe ich bereits beschrieben (siehe Verweise oben). Welche Rolle spiele also ich als Mann bzw. Führender? Fangen wir mit der einfacheren an: als Mann. Gut, nicht jeder kann mit jeder. Ist klar. Damit könnte ich die Sache abhacken. Es hat eben nicht geklappt. Das wäre aber zu einfach. Welche Rolle spielt der Führende bei der Sache?

 

Wenn ich mit neuen Frauen tanze, dann bemerke ich manchmal eine gewisse Unsicherheit seitens der Frau. Welche meiner Bewegungen ist Führung, was ist nur einfach eine Bewegung? Das geht mir in der Rolle des Folgenden ja nicht anders. Da muss ich auch erst vertraut werden mit dem/der Führenden. Ist es also so, dass die Frau jede noch so kleine Regung meinerseits als Führungs­impuls verstanden hat? Hatte sie Angst etwas zu verpassen und ist deshalb so sensibel vorgegangen?

 

Muss ich in solch einem Fall also besonders darauf achten, mich nicht unnötig zu bewegen (bzw. nicht einmal kleine Muskel­zu­ckungen zu haben), damit die Frau nicht irritiert wird? Was das hier der Grund? Oder wie kann ich der Sache sonst Herr werden? Zuerst dachte ich, sie ist vielleicht relativ neu im TA und deshalb so unruhig. Meine Beobach­tungen bei nachfol­genden Tandas konnte diese Vermutung jedoch nicht bestätigen. Sie hatte durchaus eine gewisse Tanzer­fahrung.

 

Vielleicht können mir hier einmal Frauen helfen und mir schreiben, was ihre Beobach­tungen diesbe­züglich sind. Seid ihr manchmal verwirrt von den Bewegungen des Führenden (nicht so im Allgemeinen, sondern soweit, dass solche Auswüchse daraus entstehen können)?

 

Heikvaldo: Tango aus der Gruft

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Iiiiiiiiiih, das war grusselig. So muss es bei "Tanz der Vampire" gewesen sein (bin mir allerdings nicht sicher, ob die TA getanzt haben ;-). Schritt­kom­bi­na­tionen ohne Ende. Aber ... kein bisschen Herz, keine Ausstrahlung.

 

Ich will den beiden Mal zu Gute halten, dass sie aufeinander eingegangen sind. Also irgendwie fand eine Art Paarkom­mu­ni­kation statt. Vielleicht haben es wenigstens die beiden genossen. Alleine an ihrer Miene würde ich es allerdings nicht festmachen wollen. Das war eher eine Mischung aus ausdruckslos bis gelangweilt.

 

Eine der Grundregeln im TA ist - zumindest für mich - ES DARF SPASS MACHEN! Doch wirklich. Man kann (soll/darf) den Tanz genießen. Was nützen mir die tollsten Schritte, wenn es sich so aufregend wie Fußpilz anfühlt? Ich hätte wenigstens ein bisschen diesen genieße­rischen Blick vermutet. Aber nein. Nichts.

 

Beide sind Tanzlehrer. Also zumindest unterrichten sie. Sie müssen doch irgendwie Freude aus ihrer Arbeit beziehen?!?!? Zeigen sie es nur nicht nach außen? Ist das die Sorte Tänzer, die mit Friedhofsblick ihre Runden ziehen? Respekt! Das nenne ich Gefühle wirkungsvoll verstecken.

 

Noch schlimmer ist jedoch, dass die beiden diesen grusseligen Stil an ihre Tanzschüler weitergeben. Das (die Schüler) waren in meinen Augen Anfänger. Keine Achse, kein Takt, nichts war halbwegs sauber getanzt. Aber ein unendliches Repertoire an Schritten. Also tanztechnisch locker auf Fortge­schrittenen Niveau. Nur leider war es ein Graus zusehen zu müssen.

 

Zum Glück habe ich mit dem Auffordern abgewartet. Ich wollte erst einmal sehen, welche der Damen wie tanzt. Von der Aufmachung her (der TA-"Profi" erkennt eine - zumindest vermeintlich - gute Tänzerin bereits daran, dass sie extra tolle Tanzschuhe und ein passenden Outfit trägt) hätte ich schöne Tandas erwartet.

 

Dann habe ich sie tanzen sehen (kennt ihr das: ihr denkt an etwas Grauseliges und habt dann so einen sauren Geschmack auf der Zunge??). Ich muss daran denken, dass ich das nächste Mal im Petersdom eine Kerze zum Dank für entgangene Leiden entzünde. Vielleicht hätten mich ihre in der Luft herum geschwungenen Beine am Ende noch getroffen. Kontrolle über ihre Bewegungen hatte sie ja nicht wirklich.

 

Ist das der aktuelle Trend? Wird so in Zukunft TA getanzt? Herzlos? Lieblos? Grausam? Ich hoffe nicht. Um die beiden und ihre Schüler werde ich jedoch in Zukunft einen sehr großen Bogen machen.

 

Heikvaldo: Alle Maschinen STOPP - nichts geht mehr

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Jetzt habe ich mich gerade wieder dabei erwischt. Ich habe es schon wieder getan. Anstatt zu tanzen, sitze ich da und genieße die Musik. Gibt es das? Die Musik ist zu schön, um zu tanzen? Aber kann das wirklich sein? Ich bin doch hier, um zu tanzen?!?

 

Es sind ziemlich alte Aufnahmen. Donato von 1940. Was mir früher (also noch vor meiner TA-Zeit) eher das Ohrenschmalz zum Kochen, den mein Beine oder gar mein Herz in Bewegung gebracht hätte, versetzt mich heute schon einmal in einen Zustand, den man wohl am besten mit "verzückt" beschreiben könnte.

 

In einer der letzten Ausgaben der Tangodanza als "Schrum­meltango" abgetan, möchte ich diese Aufnahmen gar nicht unbedingt in neuer, digitaler Abmischung hören. Diese alten Aufnahmen haben auch einen eigenen Charme. Für einen Nicht-TA-Tänzer ist das vielleicht schwer zu verstehen. Ein ähnliches Phänomen ist mir bei alten Grammo­phon­auf­nahmen mit Opernarien begegnet.

 

Vor nicht allzu langer Zeit dachte ich ja, es ist Feigheit. Aber es sind gar keine Frauen in der Nähe. Ich könnte also gar nicht tanzen. Nein, ich will wirklich nur zuhören und genießen. Tja, und dann passiert mir das neuerdings auch während einer Milonga. Und die (Tanz-)Angebote werden immer eindeutiger. Aber ich "zicke" herum und lehne jedes Tanzangebot ab.

 

Ob ich vielleicht 'mal zwei Aspirin ... wird wohl auch nicht helfen. Will ich das überhaupt? Brauche ich Hilfe? Ich bin ein Tänzer, der die Musik interpretiert. Ich höre etwas und meine Beine und mein Körper machen daraus Bewegungen. Ich tanze. Der ein oder anderen Frau ist das schon einmal mit mir passiert. Mitten in der Tanda bleibe ich stehen. Und irgendwie geht nichts mehr. Das aktuelle Lied "spricht" nicht zu mir.

 

Ich höre "nichts". Natürlich läuft die Musik weiter. Doch in meinem Körper kommt nichts an. Lediglich die Ohren sind aktiv und "nehmen auf". Aber es wird nichts daraus. Die Musik enthält für mich nichts. Also kann ich auch nichts tanzen. Ist ein bisschen blöd. Für meine jeweilige Tanzpartnerin. Ich kann damit leben. Denn schließlich ist TA ein Interpre­ta­ti­onstanz. Und ich habe in diesem Moment eben nichts zu interpre­tieren.

 

Bin ich dann neidisch auf die anderen Tänzer? Die verstehen ja offensichtlich die Musik in diesem Moment. Oder hören sie gar nicht zu? Tanzen sie einfach? Für mich ist Zeit, Platz zu nehmen. Alles andere wird nur noch ein "Gestolper". Keine Harmonie. Kein "echter" TA. Jedenfalls nicht für mich.

 

Heikvaldo: Tasse oder Kännchen?

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Bescheiden wie ich nun mal bin, bevorzuge ich meist das Kännchen. Ich hab dann nämlich mehr davon. Deshalb habe (hatte) ich mich auch für das "TA-Kännchen" entschieden. Ich wollte es richtig lernen. Nicht nur oberflächlich, nicht nur ein bisschen. Und vor allem eines nicht: Schritte um jeden Preis.

 

So begann meine TA-Karriere im Tangostudio. Eher zufällig war es keine Tanzschule. Dort wird ja auch oft TA unterrichtet. Inwieweit das jetzt gut oder schlecht gemacht wird, kann ich nicht beurteilen. Aber ich kann beurteilen, was ich auf einer Milonga sehe. Denn dort tanzen ja auch oft Tanzschüler aus Tanzschulen.

 

Und irgendwie habe ich den Eindruck, dass dort (in der Tanzschule) eher "Masse" statt "Klasse" zählt. Diese Tänzer verfügen im Allgemeinen über ein größeres Schritte-Repertoire als vergleichbare Tangostudio-Schüler. Allerdings steht es um die "Technik" dabei nicht unbedingt zum Besten. Diese Tänzer "laufen Schritte ab". Sie folgen einem erlernten Muster. Aber interpre­tieren sie die Musik? Hören sie die überhaupt?

 

Da kann es dir durchaus passieren, dass gewählte Dame von sich aus "ihre" Schrittfolge geht. Und du tippelst dann hinterher. Sie hat nicht gelernt, dass TA ein Improvi­sa­ti­onstanz ist. Stattdessen hat sie eine "Choreo­graphie" gelernt. Und die kann jeder im Kurs. Deshalb kann sie mit jedem im Kurs tanzen. Aber sobald ein anderer Tänzer kommt ... Fehlanzeige! Dann geht gar nichts.

 

Auch bewegen sich derlei Tanzpaare allzu oft "neben" dem Takt. Es sind die tollsten Aktionen zu sehen ... aber sie passen irgendwie nicht zur Musik. Anstatt die ruhigen, sinnlichen Passagen des laufenden Tangos zu "(er)leben", zeigen sie "aufgewühlte" Schritte. "Verstehen" sie den Tango? Wird in der Tanzschule darauf überhaupt eingegangen bzw. Wert gelegt?

 

In der Tanzschule werden Schritte für Geld verkauft. Jeder neue Kurs bringt soundso viele neue Schritte (Figuren). Das kenne ich vom Tangostudio nicht. Sicher versucht man auch dort ein gewisses Portfolio zu unterrichten. Aber wenn die Tänzer es nicht "gut" machen, dann wird "nachge­ar­beitet". Notfalls wird wieder etwas Einfacheres gezeigt.

 

Oder liegt es gar nicht an den Studios bzw. Schulen? Liegt es an den jeweiligen TänzerInnen? Geht der stärker Interes­sierte eher ins Tangostudio und der ... nun nennen wir ihn "Normal­tänzer" lieber in die Tanzschule? Wie bei Walzer, Rumba und co will man "Figuren" erlernen und ist dann glücklich das bei entspre­chender Gelegenheit zu tanzen?

 

Glückli­cherweise haben wir ja alle die Wahl. Tasse oder Kännchen? Und jeder wie es ihm/ihr beliebt. Und ich für meinen Teil mache besser einen großen Bogen um die "Tassen­trin­ke­rinnen". Denn das ist mir auf Dauer doch zu anstrengend. Viel Arbeit beim Tanzen und eher kein Vergnügen.

 

Heikvaldo: Muss sie auch oder nur er?

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Muss "Frau" wirklich alle möglichen Schritt­folgen im TA lernen, um sie tanzen zu können oder ist es nicht eher so, dass die Männer (Führenden) es "nur" "richtig" können müssen und dann kann "Frau" das auch tanzen (voraus­gesetzt sie hat so viel Vertrauen zu ihm, dass sie es auch zulassen kann)?

 

Ich war 'mal wieder Frau und mein Führender hat etwas neues geführt. Zuerst bin ich etwas erschrocken. Wir waren auf einer Milonga und damit für mich nicht an einem Ort zum Üben. Ich hatte keine Ahnung was er will und habe "gebockt". Ich konnte mich nicht genug "gehen" lassen und der Führung folgen.

 

Zugegeben, da gehört schon Vertrauen dazu, es einem anderen zu überlassen, deine Bewegungen zu steuern. Als gut. Locker lassen! Und er führt alles noch einmal. Besonders präzise und ich versuche komplett loszulassen. Und es funktioniert. Obwohl ich keine Ahnung davon hatte, was er da eigentlich gemacht hat bzw. wie/was ich es als Führender anstellen müsste, wenn ich das wiederholen wollte.

 

Ich habe versucht, mit meinem Körper auf seine Führung zu reagieren. Genauer gesagt: ich habe versucht, die Kontrolle über meinen Körper auszuschalten und etwas mit mir machen zu lassen. Und dann hat es auch funktioniert. Meine Angst, ich könnte stürzen musste ich überwinden. Sonst hätte ich das nicht tanzen können. Aber so hat es funktioniert.

 

Anderer Ort, anderes Tanzpaar. Sie ist eine absolute Anfängerin. Genau genommen ging da noch gar nichts. Aber sie wollte es probieren und ist tapfer auf der Tanzfläche herum ... sagen wir 'mal, sie hat sich bewegt. Er schien mir ein "alter Hase" zu sein. Jede Menge Tanzer­fahrung. Zu später Stunde hat er sie dann aufgefordert. Könnte also interessant werden. Meine Beobach­tungs­sensoren sind also angesprungen.

 

Wo sie vorher weit entfernt von Takt und sonstigem "herumge­stochert" ist (ihr Führender hat natürlich auch seinen Beitrag hierzu geleistet), da haben sich auf einmal richtige Bewegungen geformt. Es hat wie richtiger TA ausgesehen. Zunächst einmal Gehen im Takt. Und das, obwohl sie doch "keine" Ahnung davon hatte. Er hat geführt und sie ist gefolgt. Und es ging.

 

Und so kamen nach und nach erste Drehungen hinzu. Richtungs­wechsel. Eben genau das, was oft als "langweilig" abgetan wird und doch soooo schön sein kann. Sie haben zusammen getanzt. Und vermutlich hat es sogar Spaß gemacht.

 

Also zurück zur eingangs gestellten Frage: muss "Frau" wirklich wissen, wie es geht? Es ist natürlich hilfreich. Aber Voraus­setzung? Ich glaube eher nicht.

 

 

Heikvaldo: Angst vor der 1. Milonga

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Angst. Meist sogar Ängste. Haben wir alle. Ab und zu wenigstens. Natürlich auch im Zusammenhang mit TA. Dieses Thema kommt immer wieder, vor allem bei Neulingen vor. Ich habe die Thematik auch schon ein paar Mal aufgegriffen. Denn natürlich war es bei mir am Anfang auch so. Angst vor der ersten Milonga. Was erwartet mich dort? Was muss ich tun? Was darf/soll ich besser nicht tun?

 

Die wohl größte Angst ist die, sich auf der Milonga zu blamieren. Ist diese Angst berechtigt? Ich denke nein. Unser Tanzkönnen, Tanzniveau, Schrit­t­umfang, etc. ist noch ziemlich überschaubar. Na und? Das wird sich bei manchem nie ändern. Trotzdem trifft man auch solche Vertreter auf einer Milonga.

 

Man(n) muss auffordern. Okay. Ist auch nicht wirklich spannender, als im Restaurant nach der Speisekarte zu fragen. Dabei blamieren? Warum? Die Frauen sind ja schließlich zum Tanzen gekommen. Jetzt kommst du als Mann und fragst, ob sie mit dir tanzen möchten. Was soll also groß passieren? Sie könnte "nein" sagen. Aber mehr?

 

Als Frau gehst du das Risiko ein, dass dich niemand auffordert. Kann passieren. Es gibt aber doch auch "Tricks", um öfters zu tanzen (z.B. hier oder hier). Aber ist das blamieren? Vielleicht kommt der "falsche" Mann oder die gewählte Frau erweist sich als ... du weißt schon. Aber was hat das mit blamieren zu tun?

 

Welche Ängste könnte man noch vor der 1. Milonga haben? Man weiß noch nicht was einen dort erwartet? Kennt den Aufbau bzw. die Regeln nicht? Dann informiert euch doch vorher. Z.B. hier. Oder googelt nach "Milongaregeln", "Aufbau einer Milonga" (steht auch unter "Zusammen­fas­sungen" in meinem Blog). Also, damit ist dieser Punkt auch erledigt.

 

Nur eine Angst müsst ihr selber überwinden. Ihr müsst hingehen zur Milonga. Und da habe ich einmal geraten, tut das mit einem/einer erfahrenden TänzerIn. Das gibt Rückhalt und ihr habt jemand zum Reden (das gibt Sicherheit). Und vergesst nicht: wir haben alle einmal angefangen. Und falls ihr unglück­li­cherweise an eines der Exemplare geratet, die euch dann groß und breit erklären, was ihr alles falsch macht ...

 

 ... dann sucht euch eben jemand anderen zum Tanzen. Denn die meisten Milonga­be­sucher sind echt nette Menschen.

 

 

 

Heikvaldo: Ich bin sooo feige!

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Ja. Doch. Ich muss das jetzt zugeben. Ich bin feige! Oder wie soll ich es mir sonst erklären, dass ich immer wieder Cabeceos von "neuen" Damen (also mir bisher unbekannten Tänzerinnen) "abblitzen" lasse, obwohl ich doch gerne tanzen würde. Auch bin ich selbst oft nicht aktiv und fordere für eine neue Tanda auf. Stattdessen stehe oder sitze ich und genieße die Musik. Oder betrachte die anderen Tanzpaare.

 

Ist das jetzt nur eine Ausrede? Will ich wirklich die Musik genießen oder ist es doch die Feigheit, weil es fremde Tänzerinnen sind? Natürlich geht (oder ging) das jedem Mann irgendwann so. Mir auch. Am Anfang. Da war die Überwindung schon groß jemanden aufzufordern. Aber mittlerweile kann ich meine bisherigen Tanzpart­ne­rinnen doch schon gar nicht mehr zählen.

 

Ich habe schon in vielen Städten, sogar fremden Ländern getanzt. Immer wieder mit unbekannten Frauen. Auch bin ich nicht gerade ein "Korbsammler". Wenn ich mich auf die Suche nach einer Tanzpartnerin für die Tanda mache, dann finde ich auch eine (keine Angst, ich bin kein "Zum-Tanzen-Zwinger". Für gewöhnlich bin ich, glaube ich, schon so sensibel, dass ich entspre­chende Ablehnungs­zeichen der Frauen bemerke).

 

Es gibt somit also auch keinen Grund "es" nicht zu tun. Ist es also doch keine Feigheit? Will ich dann wirklich nicht tanzen? Manchmal fragen mich Kollegen, warum ich nicht tanze. Muss ich jede Tanda tanzen? So wie manchmal die Herren wie aufgeschreckte Hühner lospreschen, sobald die ersten Töne der neuen Tanda einsetzen. Warum dieser "Zwang"?

 

Mir fallen ja auch immer wieder Frauen auf, die jeglichen Blockkontakt vermeiden. Sie blicken aktiv weg von den Zuschauern. Ihr Interesse gilt eher den "Wandbe­ma­lungen" der Tanzsäle. Sicher, zum Teil ist das Schüch­ternheit (oder Unsicherheit). Kennen wir ja alle. Aber, sollen wir (Männer) dann zu ihnen gehen und sie fragen? Oder doch "respek­tieren", dass sie wegsehen (was ja bedeutet: ich will nicht tanzen)?

 

Soll (darf) eine Frau auch aktiv auf mich bzw. generell auf einen Mann zugehen und ihn auffordern? Warum eigentlich nicht? Sie ist doch des Tanzes wegen gekommen. Genau wie ich. Und wenn ich dann gerade wirklich nur die Musik genießen will, dann kann ich sie ja auf die nächste Tanda vertrösten. Ist doch kein Beinbruch - oder?

 

Heikvaldo: Katholische Kirche ändert ihre Einstellung zum TA

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Bisher war ja hinlänglich bekannt, dass der Vatikan den TA wegen der engen Tanzhaltung sowie der unverhohlen erotischen Schiebe­schritte schlichtweg für unsittlich hält. Gerüchten zufolge hatte deshalb ja schon der deutsche Kaiser aufgrund dieser Geistes­haltung der Kirche seinen Offizieren verboten, Tango in Uniform zu tanzen.

 

Und da dieser Tanz in der christ­lichen Welt aufgrund der Kirchen­haltung alles andere als gesell­schaftsfähig erschien, wurde ihm noch 1913 die Aufnahme in die Tanzordnung des Balles der Stadt Wien verwehrt. Zu unserem Glück haben sich derlei Einstel­lungen ja mittlerweile selbst überholt.

 

Neu ist jedoch, dass der Vatikan jetzt - vermutlich nicht zuletzt aufgrund der inneren Einstellung des neuen Papstes - diesen Glaubenssatz neu definieren möchte. Aufgrund einer Verkettung unglück­licher Umstände, kann ich euch bereits jetzt den aktuellen Entwurf der neuen Glaubens­bot­schaft vorlegen. Offiziell wird Papst Franziskus den Gläubigen diese neue Richtung in seiner Andacht am Ostermontag  mitteilen.

 

Da die Originalrede in italienisch abgefasst ist, möchte ich nur die für die TA-Gemeinde relevanten Abschnitte (natürlich in deutsch) abdrucken (Anm.: da mein italienisch nicht ganz perfekt ist, verweise ich an entspre­chender Stelle auf sprachliche "Unsicher­heiten"):

 

In unseren von Kriegen und Ausein­an­der­set­zungen geprägten Zeit, ist es eine Freude für die katholische Kirche, friedliche Miteinander (Anm.: es könnte auch mit "Beziehungen" übersetzt werden) in der Glaubens­ge­mein­schaft wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen.

(...)

Ungeachtet dessen hält die katholische Kirche jedoch weiterhin an ihren Grundsätzen (...) fest. Wir erkennen jedoch an (Anm.: "tolerieren"?), dass Männer und Frauen zu ihrem eigenen Wohlge­fallen (Anm.: "Vergnügen") sich gemein­schaftlich im Tanz bereichern (Anm.: im ursprüng­lichen Entwurf stand hier wirklich "vergnügen". Dies wurde jedoch vom Protokol­lanten sofort gestrichen).

(...)

Weiterhin bleibt es jedoch für die katholische Kirche völlig inakzeptabel, dass sich gleich­ge­schlechtliche Paare dieser Form der Unterhaltung hingeben (Anm.: anscheinend ist die Kirche doch noch nicht ganz im 22. Jahrhundert angekommen).

(...)

Sofern diese Miteinander (Anm.: gemeint sind hier die Tanzpaa­rungen) sich ausschließlich nicht-ehelichen Zwecken widmen (Anm.: jetzt folgt eine ca. 2-seitige Auslassung zum Thema "Spaß bei Nicht-Verhei­rateten Paaren. Das wollte ich nicht unbedingt wiedergeben) (...) ernenne ich, Papst Franziskus, dies nicht mehr zu "attività non grata" (Anm.: gemeint ist hier, dass derlei von der Kirche jetzt akzeptiert wird).

 

Da bin ich ja jetzt dann schon gespannt, wie das von der Bevölkerung aufgenommen  werden wird. Es ist mir sogar noch gelungen, einen kleinen Schnapp­schuss eines ersten katholischen Tango-Workshops zu machen.

 

 

Na, das kann ja heiter werden :-)

 

Heikvaldo: Offen vs. geschlossen

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Da ich mittlerweile größtenteils in der geschlossenen Umarmung tanze, waren mir die "Probleme" bei der offenen Umarmung gar nicht mehr so geläufig. Jetzt hat es sich ergeben, dass ich wieder einmal "offen" getanzt habe. Und plötzlich waren die "alten Probleme" wieder da.

 

Ich möchte hier kein Plädoyer für oder gegen irgendeine Umarmung halten. Das müssen und sollen die einzelnen Tanzpaare jeweils unter sich und für sich selbst ausmachen. Ich versuche das hier möglichst objektiv anzugehen. Letztendlich muss das aber jede(r) für sich entscheiden. Mir wurden einfach einmal wieder die Unterschiede deutlich.

 

Gleich vorne weg: ich bevorzuge die geschlossene Umarmung. Warum? Es ist leichter sich der Frau mitzuteilen bzw. die Frau kann es einfacher spüren was der Mann "wünscht" (vorhat). Offene Umarmung. Der linke Arm der Frau "hebt" leicht von meinem rechten Arm ab. Dadurch "verliere" ich die Frau. Meine Führung gerät leicht "unter" ihren Arm.

 

Allzu leicht besteht die Gefahr, dass sich mein Arm einfach unter ihrer Schulter durchschiebt. Es ist kein "Gegendruck" bzw. Gegengewicht da. Ich muss die Frau immer wieder bitten, etwas Gewicht auf meinen Arm zu geben (damit ich sie spüre). Das mag jetzt ein spezielles Problem von mir sein. Vielleicht haben das andere Männer nicht. Ich brauche jedoch diesen leichten Druck. Sonst spüre ich die Frau nicht.

 

Auch ist es in der geschlossenen Umarmung leichter, die Oberkör­per­dre­hungen direkt an die Frau "weiter zu geben". Durch den unmittelbarer Oberkör­per­kontakt überträgt sich jede Drehung, etc. leichter auf sie. Wenn ich ihren Oberkörper etwas von meinem entfernt habe, besteht all zu leicht die Gefahr, dass die Arme "steuernd" eingreifen bzw. zu Hilfe genommen werden.

 

Ich merke den Unterschied dadurch, dass ich bei der offenen Umarmung aktiver führen muss. Was in der geschlossenen Umarmung mehr oder weniger automatisch passiert, muss in der offenen Umarmung bewusster (deutlicher) durchgeführt werden. Mit steigender Erfahrung beim Führenden (und vermutlich auch bei der Folgenden) wird dieses "Problem" im Allgemeinen kleiner.

 

Allerdings möchte ich hier auch erwähnen, dass besonders Frauen oftmals mit einer zu großen Nähe (die sich bei der geschlossenen Umarmung ergibt) Probleme haben. Es ist ihnen unangenehm. Ist wohl ein gesell­schaft­liches Problem (oder einfach das Resultat schlechter Erfahrungen??). Wir interpre­tieren in Nähe oftmals etwas hinein (was beim TA aber so nicht existiert bzw. existieren muss).

 

Diesen Frauen sei gesagt: es geht natürlich auch anders. Lasst euch von keinem Mann erzählen, dass ihr geschlossen Tanzen müsst (weil es sonst nicht geht). Vielleicht kommt ihr (Frauen) mit der Zeit zu der Erkenntnis, dass o.g. (meine Ausfüh­rungen) stimmt und das Tanzen dadurch angenehmer wird. Nehmt euch aber die Zeit, dass selbst heraus zu finden.

 

Heikvaldo: Die größten "Sünden" der Frauen

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Ja, ich muss dieses Thema noch einmal aufnehmen. Zu tief sitzt der Schmerz über die letzten Tandas. Aber bitte liebe Frauen, seht es als Hilfestellung. Im Gegenzug dürft ihr mir dann all euere Beschwerden über uns Männer als Kommentare zurückgeben.

 

Der Tango soll (darf) genossen werden. Es ist kein Wettbewerb, kein Kräfte­messen, ... Jedes Tanzpaar sollte deshalb versuchen, die jeweilige Tanda bzw. den jeweiligen Tango zu genießen. Es gibt Dinge, die diesen Genuss jedoch stören oder negativ beeinflussen. Deshalb hier eine Ergänzung meiner negativ Hitliste (darüber habe ich hier schon einmal geschrieben).

 

Zum Thema Haltung habe ich mich ja schon ausführlich (siehe Link oben) geäußert. Hier habe ich immer noch die meisten Probleme mit fehlender Körper­spannung der Frau. Ihr rechter Arm liegt mehr oder wenig schlapp in meiner Hand. Jeder Versuch einen Impuls darüber weiter zu geben, verpufft, da die Frau ihren Arm entsprechend "einknicken" lässt. Manchmal ist auch mehr oder weniger der gesamte Oberkörper "schlaff" (bzw. nicht "gespannt").

 

Das ist dann so, als würde ich mit einer Gummipuppe tanzen. Du gibst etwas "hinein" und weg ist es. Die Energie verpufft ungenutzt. Anstatt den Impuls aufzunehmen, absorbiert ihr Körper die Energie. Es passiert anschließend nichts. Stattdessen schauen dich die Frauen unsicher an ("was will er eigentlich?"). Bitte !!! Baut hier eine gewisse Spannung sowohl im Arm, als auch im Oberkörper (bzw. mehr oder weniger im gesamten Körper) auf.

 

Die Energie die vom Mann ausgeht (sofern er überhaupt Energie hat ;-) "Gummipup­pen­männer" habe ich auch schon gesehen), soll bei der Frau etwas bewirken. Wer das (noch) nicht verstanden hat, möge seinen Arzt oder Apotheker ... ach nein, das war was anderes. Dann fragt bitte eure Tanzlehrer.

 

Jetzt habe ich Bekannt­schaft mit einem neuen Phänomen gemacht: die ziehende Frau. Sie wartet gar nicht erst auf einen Impuls. Sie zieht dich förmlich hinter dir her. Da kannst (brauchst) du auch gar nicht führen. Stattdessen bist du permanent damit beschäftigt, die Frau zu "bremsen". Du bringst sie für einen (!) Ocho in Position ... und sieht dreht einen nach dem anderen. Außer dem "Startimpuls" (für genau 1 Ocho) hast du aber gar nichts initiiert.

 

Du musst sie mit mehr oder weniger "Gewalt" wieder stoppen. Du willst "gehen", sie jedoch "reißt" dich Schritt für Schritt mit nach hinten. Bitte !!!! Wo bleibt da der Genuss? Bremst eure (eigene) Energie. Wartet auf die "Einladung" des Mannes und dann dürft ihr. Aber "kommt" auch wieder zu uns zurück. Ihr sollt nicht den Rest des Liedes mehr oder weniger alleine zu Ende bringen. Als Mann möchte ich dann ja gerne den nächsten "Schritt" planen. Mit euch, für euch.

 

Beim Beobachten von Tanzpaaren kann ich oft folgende Paarungen erkennen.

  1. Er will, sie kann aber nicht (schlechte Führung? (noch) Grundsätzliche Probleme?)
  2. Er will und sie macht ... allerdings alles weitere alleine (Modell Wildpferd)
  3. Sie will, aber er kann nicht (Anfänger oder ebenfalls grundsätzliches Problem?)
  4. Er will, sie nimmt "an", macht und gibt zurück. Dann bietet er wieder an.

Ich wünsche mir jeweils eine Frau aus der letzten Kategorie. Das ist Tanz. Gemeinsam. Er bietet etwas an (einen Schritt, eine "Figur", eine Element), sie nimmt das Angebot an (ev. wird jedoch etwas anderes daraus als er geplant hat. Aber das darf ruhig so sein) und anschließend "gibt" sie den "Staffelstab" (Führung) wieder an ihn zurück und das Ganze beginnt von neuem. So verstehe ich den Tango. Es ist nicht jeder für sich alleine (obwohl man als Paar zusammen agiert), sondern man "spielt" als Team. Gemeinsam.

 

Und wenn es dann noch zusätzlich gelingt, das Ganze im Takt der Musik ablaufen zu lassen ... harmonisch als Paar ... wenn beide noch so viel Zeit haben, das alles zu genießen ... dann kann es magisch werden.

 

Heikvaldo: "Russische" Milonga

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Die Spielregeln sind einfach. Genau wie beim russischen Roulette weißt du vorher nicht, ob es ein "Treffer" wird oder eher eine "Niete". Für jeden Versuch drehst du den "Trommel­re­volver" erneut und wartest gespannt auf das Ergebnis.

 

Du hast aber auch wenig (keine) Einfluss­mög­lich­keiten auf das Ergebnis. Jeder Versuch ist also eine vollkommene Überra­schung. Kneifen gilt natürlich nicht. Wie auch. Schließlich sind alle Teilnehmer gekommen, um zu tanzen.

 

Also, wie funktioniert es? Jede Frau hat eine eindeutige Nummer. Diese erhält sie beim Eingang zur Milonga. Zusätzlich bekommt sie noch eine Kugel mit ihrer (Start-)"Nummer". Zu Beginn der Milonga werfen die Frauen nun ihre Kugeln in ein Sammelgefäß und stellen sich in der Reihenfolge ihrer Nummer am Rande der Tanzfläche auf.

 

Die Herren "ziehen" nun zu Beginn einer Tanda eine Kugel aus dem Sammelgefäß und tanzen die Tanda mit der "gezogenen" Frau. Hierbei geben sie die jeweilige Kugel an die Frau zurück. Am Ende jeder Tanda wirft die Frau nun ihre Kugel wieder ins Sammelgefäß und das Ganze beginnt erneut.

 

Sollte eine Frau eine Tanda bewusst aussetzen wollen, behält sie kurzerhand ihre Kugel und wirft sie erst dann wieder ins Sammelgefäß, wenn sie wieder tanzen möchte. Für den Fall, dass weniger Männer als Kugeln vorhanden sind, bleiben natürlich Frauen übrig, die die Tanda dann gezwun­ge­nermaßen aussetzen müssen. Gleiches gilt für den Fall, dass mehr Männer als Frauen tanzen wollen (was aber wohl eher selten der Fall sein dürfte). Dann müssen die entspre­chenden Herren eben pausieren. Dafür haben sie aber bei der nächsten Tanda "Vortritt".

 

Zugegeben, das Ganze birgt natürlich Risiken. Vielleicht ergeben sich Paare, die sich eher nicht finden wollten. Das passiert aber im richtigen Leben sicher auch das ein oder andere Mal. Es bietet aber auch ungemeine Chancen. Denn so können sich auch Paare ergeben, die sonst (auf herkömmliche Weise) nie entstanden wären.

 

Etwas wird die Sache dadurch abgemildert, dass jede Tanda ausschließlich 3 Tänze lang ist. Dadurch sollte die "Überle­bens­chance" bei "unglück­lichen" Paarungen doch relativ hoch sein. Ich finde es immer wieder spannend, welche Paarungen sich dadurch ergeben. Da wäre man(n) bei einer gewöhn­lichen Milonga nie darauf gekommen (mit dieser Frau einmal zu tanzen).

 

Also: жела́ю уда́чи! (russisch für "viel Glück). Und schlimms­tenfalls hilft ein doppelter Wodka über den Schmerz hinweg ;-)

 

Heikvaldo: Sie liebt mich, sie liebt mich nicht ...

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Nein, tut sie nicht. Jedenfalls würde ich nicht davon ausgehen. Und da es hierzu immer wieder die heißesten Debatten gibt, möchte ich auch meine "5 Cents" dazugeben.

 

Es war eine wunder­schöne Tanda. Es wurde toll getanzt. Nahe. Es wurde sogar ziemlich heiß (keine Angst, dass liegt oft nur an der körper­lichen Nähe. Dadurch kann die vom Körper abgestrahlte Wärme nicht so gut entweichen und staut sich zwischen den Tänzern ;-)) Vielleicht gab es sogar noch einen langen, tiefen Blick zum Abschied. Ein Lächeln.

 

Schließlich geht sie zurück auf ihren Platz. Du genießt vielleicht noch einen Augenblick ihre davongehende Silhouette. Aber ... mit Liebe hat das nichts zu tun. Überhaupt nichts. Egal wie toll es war, egal wie es sich angefüllt hat. Es war "nur" tanzen. Und das ist ja das Schöne. Da kannst alles oben Beschriebene erleben ohne jede weitere Verpflichtung. Allerdings darfst du es auch nicht verwechseln.

 

Genieße also alles was du bekommst. Und dann gehe zurück an deinen Platz. Denn danach ist es vorbei. Bzw. beginnt es von neuem mit einer anderen. Natürlich nicht automatisch. Es gehören immer zwei dazu. Die Chemie muss stimmen, die Musik, etc. Da muss vieles zusammen kommen. Dann kann es wieder sehr schön werden.

 

Es braucht aber auch nicht weniger zu sein. Es kann (darf) ruhig mehr sein, als nur tanzen. Es ist eben nicht nur abspulen von Bewegungen. Es darf so viel mehr sein. Du darfst der Tanzpartnerin das Gefühl von Nähe, Wärme, Geborgenheit vermitteln. Jeder darf seinen Teil daran genießen. Aber am Ende der Tanda ist es eben vorbei. Alles Weitere hat mit dem TA jedenfalls nichts mehr zu tun.

 

Und so triffst du eventuell immer wieder Tänzerinnen, die den "echten" TA noch nicht erlebt haben. Die bisher - warum auch immer - dieses zusätz­lichen "Anteiles" beraubt wurden. Sie wurden "bewegt", sie haben sich bewegt. Mehr nicht. Und plötzlich gelingt es dir, ihnen einen ganz anderen Blick auf die Sache zu eröffnen. und dein Dank ist ein strahlendes Lächeln. Wenn es ihnen zum ersten Mal bewusst wird, was da gerade passiert ist.

 

Und dann kannst du nur hoffen, dass sie es auch weiß: mit Liebe ... hat das alles nichts zu tun.

 

Heikvaldo: Erst "hui" und jetzt "pfui"?

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Jetzt bin ich sprachlos. Wieso klappt gar nichts? Wie peinlich. Und ausgerechnet mit ihr?!?!? Das darf doch nicht wahr sein. Warum?

 

Vor ein paar Monaten habe ich zum ersten Mal mit dieser Frau getanzt. Es war himmlisch. Jeder Tanz ein Vergnügen. Einfach perfekt. Jetzt treffen wir uns wieder. Und wir tanzen wieder. Oder soll ich besser sagen: wir versuchen es erneut?! Aber ... Ein Gestolper. Keine Harmonie. Kein Genuss! Was ist bloß los?

 

Nichts klappt. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Erst "hui" und jetzt "pfui"? Wie kann das sein? Was hat sich geändert? Gibt es so etwas wie "Tagesform"? Kann es sein, dass ich mit einer Frau heute so und morgen plötzlich ganz anders tanze? Gibt es nicht so etwas wie eine "Erfolgs­ga­rantie"? Wenn ich eine "passende" Tanzpartnerin gefunden habe, dann kann ich auch jederzeit wieder gut mit ihr tanzen?

 

"Vergiss es!" sagt meine Tanzpartnerin. "Kenn ich auch". Ich bin also anscheinend mit dieser Problematik nicht alleine. Ich lasse mir die Sache noch einmal in Ruhe durch den Kopf gehen. Gab es Unterschiede zwischen dem Tag wo es so gut geklappt hat und dem anderen? Ich kann keine Unterschiede erkennen.

 

Außer natürlich, dass wir alle nur Menschen sind. Wir haben bessere und schlechtere Tage. Ist das aber der ganze Grund? Oder ist da mehr? War ich vielleicht zu aufgeregt beim zweiten Mal? Vorfreude und deshalb unkonzen­triert? Habe ich mich selbst zu sehr unter Druck gesetzt? Schließlich wollte ich die wunder­vollen Tänze ja wiederholen. Vermutlich.

 

Oder hat(te) sie einen entschei­denden Anteil an der Sache? Es geht hier ja nicht um Schuld­zu­weisung (eher Ursachen­for­schung). Hat sie auf meine Führung anders (schlechter) reagiert? Oder ist es ganz normal. Manchmal klappt es und manchmal eben nicht? Ich bin ratlos. Und frustriert. Oder war es gar die Musik? Die Antwort werde ich wohl nie bekommen.

 

Ich kann nur hoffen, dass es beim nächsten Zusammen­treffen dann wieder besser sein wird. Und da wir alle Menschen sind (und unsere Schwächen kennen) kann ich nur hoffen, dass ich beim nächsten Mal auch wieder eine Chance bei ihr bekommen werde. Und vielleicht klappt es dann ja wieder so wundervoll wie beim ersten Mal.

 

Heikvaldo: Es wird wieder "magisch"

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Magische Momente ?!? Stimmt, da war 'mal was ...

Ist jetzt schon ein bisschen her. Mein letzter magischer Moment. Und jetzt kommen plötzlich aus dem nichts drei sehr schöne Tandas mit drei verschiedenen Frauen. Zeit, sich zu erinnern.

 

Ich bin an einem neuen Tanzort. Es sind ausschließlich mir unbekannte Frauen und Männer da. Niemand kennt mich. Und vermutlich werde ich hier nie wieder in meinem Leben tanzen. Es kann mir also egal sein, was passieren wird. Jeweils genau eine Tanda pro Frau (es fehlen halt wie meist die Männer. Also will ich meinen Beitrag leisten).

 

Die ersten Tandas sind durchschnittlich. Ich bin vielleicht etwas eingerostet. Die Musik ist nicht so der Brüller. Deshalb sehe ich die nächsten Runden lieber zu. Es gibt nur ein wirklich gutes Paar und ein halbes ;-)

Die restlichen Tänzer sind eher ... na ihr wisst schon. Ich plaudere also ein bisschen. Ist ja auch nett.

 

Dann packt es mich doch wieder. Ich fordere die nächste Frau auf. Wir hatten uns gerade über einen besonderen "Tänzer" unterhalten (siehe vorheriger Post). Also versuche ich es schön sanft. Wir tanzen langsam. Fast schon andächtig. Es wird mit jedem Tango besser. Als die Tanda zu Ende ist, sind wir wohl beide etwas traurig, dass es vorbei ist. Es war schön.

 

Die nächste Tanda wieder mit einer anderen. Und wieder das gleiche. Schön langsam, sanft. Es klappt wieder ziemlich gut. Ich fühle die Tanzpartnerin sehr genau im Arm. Ich nehme sie sehr bewusst war. Und entsprechend versuche ich die Tangos zu genießen und auch der Frau ihren Anteil daran zu sichern. Bei der Cortina bedauern wir beide das Ende der Runde.

 

Und schließlich die letzte Tanda des Abends. Es ist diesmal eine Frau, die - wie ich vermute - schon länger darauf wartet, von mir aufgefordert zu werden. Im normalen Leben, wäre sie nicht mein Fall. Jetzt umarme ich sie sanft zum ersten Tango. Ich schließe kurz die Augen und konzen­triere mich auf sie. Ich versuche, ihr die Umarmung möglichst angenehm zu machen. Dann beginnen wir zu tanzen. Ein paar ganz kleine Starprobleme und wir sind unterwegs.

 

Es sind wieder sehr schöne Tangos. Nicht die Musik. Die habe ich zumindest bewusst nicht mehr wahrge­nommen. Ich meine die Tänze mit dieser Frau. Genau wie die Tandas davor. Sehr schön. Von der Umgebung, den anderen Tanzpaaren habe ich nichts mehr wahrge­nommen. Erst als die Cortina beginnt, "wache" ich wieder auf. Ich suche nach dem "warum".

 

Warum ist mir das die letzten Monate nicht mehr passiert? Habe ich zu "oberflächlich" getanzt? Ich versuche zu verstehen, worin die Unterschiede lagen. Waren es die Tanzpart­ne­rinnen? Die mir bekannten Orte? Oder lag es daran, dass ich genau diesen Frauen an genau diesem Abend den "echten" Tango zeigen wollte? Das was dort getanzt wurde, war "Hausmannskost". Es wurde getanzt. Aber wurde auch genossen?

 

Also habe ich ganz bewusst versucht, genau dieses (magische) Gefühl für die Frauen zu erzeugen. Ich habe sie nicht herum geschoben. Ich wollte, dass sie jeden Tanz mit mir genießen. Und das ist mir glaube ich "zu Hause" etwas verloren gegangen. Dort will ich tanzen. Ich habe ein bisschen vergessen, dass ich dabei auch sehr viel genießen kann. Vielleicht ist das der Unterschied? Tanzen oder auch ein "magischer Moment".

 

Ich habe versucht, jeden einzelnen Tanz für sie schön werden zu lassen. "Zu Hause" stehen oft eher die verschiedenen Schritte im Vordergrund. Ich will etwas bieten. Abwechslung. Die Frauen kennen mich ja. Hier war es anders. Und ist es vielleicht genau aus diesem Grund so schön geworden? Ich glaube, ich muss die nächsten Male wieder mehr in mich und "zu ihr" gehen (mental). Wenn es ihr zu langweilig dabei ist ... Pech gehabt. Aber vielleicht wird es dann wieder des Öfteren "magisch" ...